21 | 11 | 2017
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Höhlentauchen in Rocamadour / September 2010

Am 18.09.2010 ging es für 14 Tage zum Höhlentauchseminar ins etwa 900 km entfernte Rocamadour in Frankreich. Organisiert wurde das Seminar vom CaveDiving.ch Team (www.cavediving.ch) und dem BARAKUDA Tauchclub Ketsch. Vom Tauchcenter Karlsruhe waren Tom, Susi und Fullcave Diver Oliver dabei. Insgesamt haben 11 Taucher an dem Seminar teilgenommen.
Die bereits brevetierten Höhlentaucher unternahmen unter der Leitung von Mario täglich zwei Höhlentauchgänge in verschiedenen Höhlen.

Wir hatten mit dem Wetter viel Glück. Abgesehen von ein paar Regenschauern konnten wir die Tage bei teilweise strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen genießen.

Bereits am Samstag Abend ging es mit einem leckeren Abendessen im Hotel Terminus los. Und am Sonntag Morgen starteten wir gleich zu unserem ersten Ausbildungstauchgang (Ziel für Tom und Susi war die Fullcave Brevetierung) in der Cabouy, der „Haushöhle“ hinter unserem Campingplatz bei Monsieur Gabi. Unsere Instruktoren waren Franz und Oski. Die Ausbildung war sehr fundiert, man hat deutlich gemerkt, dass die Instruktoren über langjährige Erfahrung im Höhlentauchen verfügen.

Es würde den Rahmen sprengen, jeden Ausbildungstauchgang hier genaustens zu beschreiben, aber soviel sei gesagt: Wir haben 8 verschiedene Höhlen betaucht, die mit ihren ausgewaschenen Felsformationen allesamt ihren eigenen Reiz haben und geheimnisvolle Namen tragen: die Cabouy, die Saint Georges, die Saint Sauveur, die Landenousse, die Trou Madame, die Cunhac, die Font del Truffe (das sogenannte „Trüffelloch“) und die beeindruckende Ressel mit ihren Gängen und Schächten, die scheinbar ins Bodenlose gehen.

Highlights waren der Langstreckentauchgang in der Cabouy bis zur Poumayssen (950 m einfache Strecke), der Dunkeltauchgang an der Leine in der Ressel und die Überwindung des Engnisses am Eingang der Font del Truffe, die mit ihrem glasklaren Wasser und Lichtspiegelungen eine der schönsten Höhlen darstellt.

Die beiden Wochen waren sehr anstrengend. Nicht jeder Quelltopf bzw. Höhleneingang liegt neben dem Parkplatz. Es mussten unwegsame Strecken und Kletterpassagen überwunden, Leitern hinab- und natürlich wieder hinaufgestiegen, Flüsse durchquert und auch die Quelle auf den Knien rutschend erreicht werden. Und das alles mit dem kompletten Equipment! Aber trotz aller Strapazen waren die beiden Wochen doch recht erholsam. Wir wurden von morgens bis abends mit leckerem Essen versorgt und auch die gute Laune der Teilnehmer entschädigte für so manches Wehwehchen.

Hier noch einige Daten zum Seminar:

  • Anzahl Taucher: 11
  • Tauchgänge total: 172
  • Anzahl verschiedener Höhlen: 10
  • Durchschnittliche Tiefe: 31,91 m
  • Verbrachte Zeit unter Wasser: 160,85 h
  • Getauchte Distanz: 141,09 km

An den tauchfreien Tagen (der Stickstoff muss ja auch mal abgebaut werden) konnten wir das Städtchen Rocamadour besichtigen, das direkt in die Felswand hineingebaut ist und mit der Aussichtsplattform am Chateau irgendwie an die Stadt Gondor im „Herr der Ringe“ erinnerte.

Interessant war dabei der Pilgerweg, der über etliche Treppenstufen und einem Kreuzweg über die alte Basilika direkt zum Chateau und der Aussichtsplattform führte, von der man einen atemberaubenden Blick hatte. Natürlich konnte man zum Chateau auch mit dem Auto fahren, aber das erschien uns doch als zu langweilig und zum Höhlentauchen bedarf es natürlich auch eines gewissen Ausdauertrainings! :-)

Selbstverständlich sind wir auch im nächsten Jahr wieder beim Höhlentauchseminar in Rocamadour dabei!

Bericht von Susi Scherrer, Tauchcenter Karlsruhe